Tipps wenn Adwords nicht mehr gehen
Was tun, wenn Google Adwords nicht mehr genügend Kunden bringen?
Von Karsten Büttner
Mit
AOL als Partner haben die Google Adwords seit Oktober eine größere
Reichweite bekommen. Daraus resultierten zum Teil erheblich mehr
Klicks, aber nicht entsprechend mehr Konversion. Wie läßt sich
generell mit diesem Phänomen umgehen?
Sicher, mit AOL wird die Reichweite der Google Adwords deutlich
erhöht. Doch mir scheint die Hinzunahme von AOL insbesondere im
Business-to-Business-Bereich kontraproduktiv zu sein. Aber auch
bei der Bewerbung von Produkten und Dienstleistungen für Endkunden
ist die Erweiterung nicht unproblematisch, da mit den AOL-Nutzern
ein offenbar anderes Umfeld als mit den bisherigen Partnern entstanden
ist.
Beispiel: Im September und Oktober hatten wir für einen Kunden,
der für eine patentierte Krebstherapie Lizenznehmer suchte, eine
Kampagne laufen. Es war klar, dass über das Internet nur eine
sehr kleine Gruppe an Onkologen und bestimmten mittelständischen
Pharmaunternehmen daran Interesse zeigen konnten.
Während im September die Klicks pro Tag bei 1 - 2 lagen und der
Preis für die einschlägigen Keywords bei durchschnittlich 0,46
Euro, schnellten Klicks und Preise mit dem 1. Oktober 2004 in
die Höhe.
Gemessen an der Zahl der Anzeigeneinblendungen waren die 0,07
Prozent Klickrate niederschmetternd. Doch mit effektiv 20 Klicks
pro Tag hatte sich die Klickrate ungeheuer erhöht. Mit der Reichweite
stieg auch der Preis pro Klick von durchschnittlich 0,46 Euro
auf 0,80 Euro.
Masse statt Klasse - so läßt sich das niederschmetternde Ergebnis
der abgebrochenen Kampagnen zusammenfassen.
Bei anderen Kampagnen hatten wir ähnlich schlechte Erfahrungen,
die zeitgleich mit dem Eintritt von AOL auftraten. Hier waren
die Ergebnisse allerdings nicht so dramatisch und das Budget ließ
sich durch verschiedene Maßnahmen auch wieder auffangen.
Generell stellt sich die Frage, was ein Unternehmen tun kann,
wenn eine vormals gute Google-Kampagne sich dramatisch verschlechter,
ohne dass an der Kampagne selbst sich etwas geändert hat.
Eine handvoll Tipps sollen Ihnen helfen, Herausforderungen wie
diese anzugehen.
Was ist, wenn die Zahl der Klicks dramatisch zunimmt, aber die
Konversion nicht im gleichen Maße steigt?
Falls es keine Änderungen der Werbekampagne gegeben hat (Anzeigentexte,
Landeseite, Angebot), sollten folgende Einflußfaktoren in Betracht
gezogen werden.
Weitere Partner im Google-Netzwerk
Bringen Sie in Erfahrung, ob es Veränderungen im Google-Netzwerk
gegeben hat. In der Regel werden Verträge mit Partnern wie AOL
für einen bestimmten Zeitraum geschlossen. Werden die Erwartungen
der Partner nicht erfüllt, werden Verträge auch sehr schnell wieder
gelöst. So kann sich gewissermaßen über Nacht die Klickrate dramatisch
verändern, wenn mit dem neuen Partner ein Publikum mit einer anderen
Interessenslage hinzukommt.
Generelle Wissenszunahme der Nutzer
Dramatische Veränderungen ergeben sich, wie gesagt, nur durch
Partnerwechsel. Dennoch läßt sich über einen längeren Zeitraum
feststellen, dass sich die Suchanfragen mit steigender Nutzungsdauer
verändern. Die Ein-Wort-Abfrage mit generischem Begriff ("Auto",
"VW") wird zunehmend von Phrasen und präziseren Begriffen
abgelöst ("gebrauchter Golf Bremen").
Klickbetrug
Eine starke Zunahme von Klicks und ausbleibende Konversion, wo
vorher 1 - 3 Prozent üblich waren, können in seltenen Fällen auch
auf Klickbetrug zurückzuführen sein. Eine Recherche wert wäre
dieser Verdacht, wenn Sie in einem sehr starken Wettbewerb zu
anderen Anbietern stehen. Als erstes sollten Sie dann Ihre Webstatistiken
zur Rate ziehen und prüfen, ob bestimmte IP-Nummern bzw. Nummernblöcke
häufig vorkommen. Dieses allein muss allerdings noch keinen Anfangsverdacht
darstellen. Ob es sich hierbei um Anfragen von Kunden eines Providers
handelt oder betrügerische Absichten dahinter stehen, läßt
sich nur im Einzelfall klären.
Wie können Sie konstruktiv mit zu vielen (unqualifizierten)
Klicks umgehen?
Einschränkung auf Google Suchmaschinen
Schränken Sie Ihre Google Adwords so weit ein, dass sie nur in
der Suchmaschine, nicht jedoch im Partnernetzwerk erscheinen.
Vergleichen Sie die Ergebnisse über mindestens einen Monat lang.
Dazu sollten Sie allerdings auch das von Google kostenlos angebotene
Konversionswerkzeug einsetzen, um die entsprechenden Ergebnisse
messen zu können.
Ausschlußkriterien von bestimmten Suchworten
Versuchen Sie gegebenenfalls bestimmte Suchworte auszuschließen.
Auch hier sollten Sie Ihr Konversionswerkzeug einsetzen, um festzustellen,
welche Suchbegriffe mehr und welche gar keine Konversion erzeugen.
Alternativen prüfen
Ist eine Beschränkung der Begriffe nicht möglich und macht auch
die Einschränkung der Google Adwords auf Suchergebnisse in den
Suchmaschinen keinen Sinn, sollten Sie Overture und Espotting
auf Brauchbarkeit prüfen. Werden hier zu wenig Ergebnisse geliefert,
kommt E-Mail-Marketing (Anzeigen in Newslettern) eventuell als
Alternative in Frage.
Ausblick
Google Adwords sind nach wie vor die erste Wahl, wenn es beim
Online-Marketing darum geht, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Doch
zunehmender Wettbewerb und äußere Einflüsse wie Partnerwechsel
können vormals erfolgreiche Pay-Per-Klick-Kampagnen erheblich
beeinflussen. Andere Anbieter, aber auch andere Werbeformen werden
vielleicht schon Ende 2005 bei den Kosten pro Kundengewinnung
mit Google Adwords verstärkt konkurrenzfähig sein.
